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Piaggio goes Indien - erneut

 

 

vespa lx125_470

Eigentlicht nicht verwunderlich. Auch Piaggio sucht neue Absatzmärkte. Also warum nicht dahin wo der Roller zum motorisierten Fortbewegungsmittel Nummer eins gehört. Auf nach Indien. Doch der Versuch scheiterte in der Vergangenheit schon einmal

 

 

In Vietnam ist das Projekt Vespa goes Ausland bereits Realität. Piaggio ist seit zwei Jahren bereits in Vietnam präsent. In dem vietnamesischen Werk in Vinh Puch unweit von Hanoi, das sich auf 80.000 Quadratmeter erstreckt, arbeiten 300 Personen. Mit 30 Mio. Dollar (24,5 Mio. Euro) ist Piaggios Produktionswerk die größte italienische Investition in Vietnam.

Nun will der Piaggio Konzern auch den Sprung nach Indien wagen. 2012 soll die Produktion dort beginnen. Der Konzern kündigte an, dass in Indien eine neue Version des Verkaufshits Vespa hergestellt werde. In der Nähe von Bombay – genau in Baramati im Staat Maharastra – soll im neuen Rollerwerk die Zahl von rund 150.000 Motorrollern pro Jahr produziert werden. Für den indischen Markt läuft dann eine adaptierte Version des Vespa LX 125 vom Band. Man spricht bei Piaggio von einer Investitionsumme von 30 Mio Euro. Der Konzernumsatz soll so um 70 Mio Euro gesteigert werden.

Die Fehler der Vergangenheit müssen jedoch vermieden werden. In dem anderen großen Wachstumsmarkt Indien dominiert die Vespa seit Jahrzehnten das Straßenbild. „Nur wir verdienen keinen Cent daran“, klagten Piaggio-Manager damals. Die Italiener mussten sich 1971 und erneut 1998 im Streit mit ihren Partnern aus dem Kontinent zurückziehen. Die einstigen Lizenznehmer produzieren längst auf eigene Rechnung. Marktführer Bajaj erzielt mit 18000 Arbeitern fast eine Milliarde Dollar Umsatz. Alle 17 Sekunden läuft ein Vespa-Nachbau vom Band.

Doch der erneute Anlauf in Indien ist noch nicht alles. Man hat noch größeres vor. China. Das ist der nächste Schritt. Piaggio will den chinesischen Markt erobern. Dort produzieren die Italiener bereits für den europäischen Markt. Bei der Expo in Shanghai wird das Unternehmen sein neustes Juwel, den Mp3 vorstellen. Der Aufsehen erregende Dreirad-Scooter wird auch in der Variante mit elektrischem Motor angeboten. Piaggio will aber vor allem mit der Vespa, mit Konzernen wie Honda und Yamaha auf ihren angestammten Heimmärkten konkurrieren. Die Piaggio-Konzernführung rechnet mit einem sicheren Erfolg.